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Woher KI wirklich zitiert

In der bisher größten deutschen B2B-Messung führten nur rund 5 % der KI-Zitierungen auf die Domain des Unternehmens selbst. Die anderen 95 % kamen von Dritten. Das stellt das übliche Vorgehen auf den Kopf: Der Markt optimiert die Website — und die Website ist die fünf Prozent.

Die Antwort in einem Satz

Wer in KI-Antworten vorkommen will, muss dort stehen, wo zitiert wird — und das ist überwiegend nicht die eigene Website, sondern Kartendienste und Branchenverzeichnisse. Für lokale Betriebe ist Google Maps der mit Abstand stärkste Kanal, für B2B-Industrie wlw.de.

Die gemessenen Anteile

AnteilKanalWoher die Zahl stammtWas Sie tun können
38 %Google Maps / Business ProfileNeuRank, 16.06.2026: 38 % der ChatGPT-Quellverweise für deutsche lokale Anfragen, erhoben aus 800 Anfragen in 20 Städten.Konfidenz: AgenturstudieProfil vollständig füllen: Kategorien, Leistungen, Öffnungszeiten, Fotos.
meistzitiertwlw (Wer liefert was)morefire, 20.07.2026: In der DACH-B2B-Messung mit 62 Industrieunternehmen und 12.250 Zitierungen die meistzitierte Domain überhaupt. Ein Anteilswert wurde nicht veröffentlicht.Konfidenz: AgenturstudieFirmenprofil anlegen; für Kataloganbieter gibt es einen Produktdatenstrom.
~5 %die eigene WebsiteDieselbe DACH-Messung: nur rund 5 % der Zitate führten auf die eigene Domain.Konfidenz: AgenturstudieAbrufbarkeit sicherstellen — gesperrt heißt unsichtbar, unabhängig vom Inhalt.
0,6 %BewertungsportaleNeuRank, 16.06.2026: 0,6 % der deutschen ChatGPT-Quellverweise.Konfidenz: AgenturstudieVorhandene Profile pflegen — aber nicht als Sichtbarkeitsmaßnahme verkaufen.

Alle vier Werte stammen aus Agenturstudien, nicht aus begutachteter Forschung. Sie sind als Größenordnung brauchbar und als Zusage nicht. Und wichtig: Gemessen wurde die Wirkung — kein Anbieter erklärt, Daten aus diesen Quellen zu ziehen.

Der Unterschied zur eigenen Website

Das heißt nicht, dass die eigene Website egal wäre. Sie ist die Voraussetzung: Wer nicht gelesen werden darf, kann nicht zitiert werden — unabhängig davon, wie gut der Text ist. Genau deshalb prüfen wir zuerst die Abrufbarkeit und erst danach den Inhalt.

Es heißt aber, dass die Arbeitsverteilung meist falsch ist. Wer sein ganzes Budget in Artikel steckt und sein Branchenverzeichnis-Profil unvollständig lässt, arbeitet an den fünf Prozent.

Drei Behauptungen, die nachweislich falsch sind

  • „ChatGPT zieht 60–70 % seiner lokalen Ergebnisse aus Foursquare.“

    Nachgeprüft und widerlegt (Steady Demand, 21.08.2026). Wer Foursquare-Pflege als KI-Maßnahme verkauft, stützt sich auf eine Zahl, die einer Nachprüfung nicht standhält.

  • „Eine llms.txt macht Ihre Website für KI lesbar.“

    Ahrefs untersuchte 137.210 Domains: 97 % der veröffentlichten Dateien erhielten nie eine einzige Anfrage.

  • „Ein selbst angelegter Wikidata-Eintrag verbessert die Erkennung.“

    Dafür ließ sich keine einzige Messung finden — nur Agenturblogs ohne Datengrundlage.

Was daraus folgt

Prüfen Sie zuerst, ob die suchenden KI-Crawler Ihre Website überhaupt lesen dürfen — das ist eine Ja/Nein-Frage mit einer Antwort in Sekunden. Danach lohnt der Blick auf die Drittkanäle, die zu Ihrem Geschäft passen. Erst dann auf den Inhalt.

Stand: 1. September 2026 · Alle Zahlen mit Quelle und Erhebungsdatum